GLOSSAR · INSOLVENZRECHT

Regelinsolvenz: Definition & Bedeutung im Insolvenzrecht.

§§ 1 ff. InsO

Die Regelinsolvenz ist das Standard-Insolvenzverfahren für Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler. Im Gegensatz zur Verbraucherinsolvenz ist kein außergerichtlicher Einigungsversuch erforderlich. Das Verfahren zielt auf Verwertung oder Sanierung des Unternehmens ab.

Erklärung

Das Regelinsolvenzverfahren nach §§ 1 ff. InsO ist für alle Schuldner vorgesehen, die nicht unter die vereinfachten Regeln der Verbraucherinsolvenz fallen. Es betrifft Kapitalgesellschaften (GmbH, AG), Personengesellschaften (KG, OHG), Einzelkaufleute und Selbstständige.

Das Verfahren kann mit dem Ziel der Liquidation (Auflösung und Verwertung) oder der Sanierung (Fortführung des Unternehmens) geführt werden. Ein Insolvenzplan nach §§ 217 ff. InsO ermöglicht flexible Sanierungslösungen, die von der gesetzlichen Regelung abweichen können.

Bei der Regelinsolvenz wird ein Insolvenzverwalter bestellt, der die Geschäfte des Schuldners übernimmt. In der Eigenverwaltung nach §§ 270 ff. InsO kann der Schuldner ausnahmsweise selbst die Verwaltung behalten, wobei ein Sachwalter die Aufsicht führt. Die Regelinsolvenz dauert bei Unternehmen typischerweise 6 bis 18 Monate.

Rechtsgrundlage: §§ 1 ff. InsO

Die Regelinsolvenz folgt den allgemeinen Vorschriften der InsO. §§ 217-269 regeln den Insolvenzplan als alternatives Sanierungsinstrument. §§ 270-285 normieren die Eigenverwaltung.

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Häufig gestellte Fragen

Wer durchläuft eine Regelinsolvenz?

Eine Regelinsolvenz durchlaufen Kapitalgesellschaften (GmbH, AG, UG), Personengesellschaften (KG, OHG, GbR), Einzelkaufleute und Selbstständige. Auch ehemals Selbstständige mit mehr als 19 Gläubigern oder Forderungen aus Arbeitsverhältnissen müssen die Regelinsolvenz durchlaufen.

Was kostet eine Regelinsolvenz?

Die Kosten setzen sich aus Gerichtskosten und Verwaltervergütung zusammen und richten sich nach der Insolvenzmasse. Die Mindestvergütung des Verwalters beträgt ca. 1.000 Euro. Bei größeren Verfahren können die Kosten mehrere zehntausend Euro betragen.